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Unsere Damen am dritten Platz v.l.n.r.: Michi Essl, Lydia Prugger, Vroni Swidrak
Genaueste Vorbereitung unter den Augen der Schweizer Armee
Nachtstart um 2:00 Uhr morgens
Schwierige Anstiege
Menschanmassen auf der Strecke
Zieleinlauf der Herren
Unsere Damen beim Zieleinlauf
Unsere Herren v.l.n.r.: Wolfi Klocker, Markus Stock, Alex Fasser
Das siegreiche schweizer Damenteam.....
....und die Sieger bei den Herren!
Weltcup in Zermatt/Verbier (SUI) Tag 2 – das Rennen

Von: Karl Posch 25.04.2010
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Jeder Tourengeher kennt die Haute Route, eine Mehrtages-Überschreitung der Walliser Alpen in der Schweiz von Chamonix nach Zermatt. Auf einem Teilstück zwischen Zermatt und Verbier findet alle zwei Jahre das größte und wichtigste Ereignis der Wettkampf- Skibergsteiger statt: die Patrouille des Glaciers, kurz PDG genannt. Ein Rennen der Superlative, die Mutter aller anderen Rennen: 4.000 Höhenmeter, 53 km Wegstrecke, 4.300 Teilnehmer, 10.000 Zuschauer und zudem mit einer Durchführung seit 1943 der älteste noch bestehende Wettkampf dieser Art überhaupt.
 
Der Aufwand, mit dem die Schweizer Armee diesen Wettkampf organisiert – es handelt sich nämlich eigentlich um eine mitlitärische Unternehmung, eine Übung – ist sprichwörtlich. Mehr als 1.000 Helfer (vorwiegend Soldaten der Schweizer Armee) und ein Budget von etwa 1,5 Mio Euros gewährleisten auch auf einer mittleren Höhenlage von über 3.000 Höhenmetern eine sehr hohe Sicherheitslage. Durch den militärischen Charakter und den Start vieler militärischer Patrouillen ist alleine schon die Vorbereitung auf den Start eine eigene Geschichte. In mehreren Registrierungs- und Kontrollprozessen wird jede der weit über 1.000 Dreierstaffeln auf Herz und Nieren geprüft.
 
Unsere beiden Nationalmannschafts- Teams, also das Damenteam mit Veronika Swidrak (Radfeld/TIROL), Lydia Prugger (Ramsau/STMK) und Michaela Essl (Abtenau/SBG) und das Herrenteam mit Markus Stock (Bischofshofen/SBG), Wolfgang Klocker (Lienz/TIROL) und Alexander Fasser (Lermoos/TIROL)schloss sich organisatorisch mit den Teams der Deutschen und dem Niederösterreichischen AustriaAlpin Team mit Franz Hausmann zusammen. Das war taktisch vor allem für die Betreuer wichtig. Durch die extreme Streckenlänge und die schlechte Zugänglichkeit hatten unsere drei Boxenmechaniker (Alexander Lugger, Pepe Klocker und Toni Essl) nämlich viel zu schleppen und so konnte man auch auf die Deutschen Betreuer zugreifen. Eine weise Entscheidung, so waren nämlich unsere Teams perfekt versorgt, auch wenn manche der Betreuer sogar in Autos schlafen mussten, um rechtzeitig vor Ort sein zu können.
 
Um 2:00 Uhr Nachts starteten schon die Damen. In stockdunkler Nacht ging’s zuerst mit Turnschuhen im Laufschritt, erst weit über Zermatt dann mit den Skiern und Stirnlampen aufwärts in Richtung Tete Blanche. Die unglaubliche Tortur streifte unsere Mädels anfänglich nicht besonders, es lief ausgesprochen gut. Sowohl die Seilpassagen (sowohl im Anstieg als auch ind er Abfahrt muss z.T. angeseilt gegangen werden) als auch die zum Teil schwierigen Abfahrten gingen den Damen gut von der Hand. Erst am zweiten Teil wurde es brutaler. Ein Problem war auch die Hitze auf dem zweiten Teil durch die Sonneneinstrahlung (später am Tag wurde die Strecke wegen Lawinengefahr durch die Einstrahlung geschlossen). Die Skatingstrecke am Stausee Lac de Dix war vor allem für Michi eine Tortur. Vroni als Teamleiterin und mit einem hervorragenden und stabilen Tagesform führte die Mädels jedoch konsequent an. Schließlich konnten die drei mit einer Zeit von 8:46:45 als drittes Damenteam finishen. Das von Lydia mit „..unter 9 Stunden müss ma bleiben!“ definierte Ziel konnte damit locker erreicht werden. Die Damenklasse wurde von den Schweizern Etzenberger/Gex-Fabry/Troillet in 7:41:18 gewonnen, der Rekord wurde damit um 12 Minuten nach unten verschoben.
 
Um 3:00 starteten die Herren in Zermatt. Klocker und Stock waren ja bereits zusammen mit Schorsch Simair 2008 auf der Strecke, für Fasser war es das erste Mal auf dieser gigantischzen Strecke. Die ersten Zwischenzeiten (übrigens alle in Echtzeit im Internet zu verfolgen) waren vielversprechend, unsere drei Burschen konnten sich gut einreihen. Auf der Abfahrt von der Tete Blanche passierte aber….man möchte sagen fast schon das übliche. Der Karbonschaft eines Schuhs bracht, diesmal bei Markus Stock. In der Folge waren die drei immer taktisch gut unterwegs, gaben sich gegenseitig Rückendeckung. Wolfi hatte leider bald mit Krämpfen zu kämpfen, konnte sich aber im Lauf der Zeit wieder stabilisieren. Alex ging’s in der zweiten Hälfte nicht mehr so rosig, die Streckenlänge forderte Ihren Tribut auch beim Österreichischen Meister. Mit hervorragendem Teamwork gelang es den dreien aber, unter dem Jubel von Tausenden Zuschauern in Verbier als 8. Einzulaufen, und zwar mit einer respektablen Zeit von 7:04:36 Stunden. Die Sieger des Tages waren die Schweizer Troillet/Anthamatten/Ecouir mit einer Fabelzeit von 5:52:20 Stunden …. Einer Rekordverbesserung von 32 Minuten!
 
Übrig bleibt von diesem wunderbaren Erlebnis ein tiefer Eindruck auf unsere Athleten. Trotz aller Erschöpfung im Ziel, die Zuschauermassen an der Strecke und die gigantische Gebirgs-Szenerie hinterlassen nur positive Erinnerungen. Was sich hier alle 2 Jahre im Schatten des Matterhorns abspielt, kann nicht beschrieben werden, man muss es selbst erleben. Die PDG ist eine Legende…und das ganz zu recht.
 
Zu unserer aller Überaschung dürfte mit diesem Ergebnis Michaela Essl auf den 5. Gesamtrang im Weltcup gerutscht sein. Und auf den 4. Platz im Worldranking. Sie hätte damit um wenige Punkte sogar die Spanierin Mireia Miro überholt!
 
Danke übrigens an den Cheffotografen der PDG, Herrn Gerard Berthout, der uns während des Rennens immer mit aktuellen Fotos versorgt hat.
 
Was wir uns als ASKIMO organisatorisch wünschen: dass das Österreichische Bundesheer in 2 Jahren hoffentlich wieder eine eigene Mannschaft zum Rennen entsendet. Die heurige Entsendung ist leider – erstmals in der Geschichte – dem Rotstift beim ÖBH zum Opfer gefallen. Schade….wir würden uns wünschen, lieber bei Panzern und Granaten zu sparen als bei der körperlichen Ertüchtigung der Soldaten.
 
<a href="http://services.datasport.com/2010/winter/pdg/default.htm" target=_blank>Hier geht’s zu den Ergebnissen</a>….unsere Leute sind unter den ISMF-Ergebnissen zu finden.
Links zum Thema:
www.pdg.ch
 
 

Von: Anna Spielbuechler [zum Profil] 25.04.2010
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Super! Toller Saisonabschluss! Gratulation an alle Teilnehmer auch am Ende der Wettkampfsaison noch solche Leistungen zu erbringen. Bei solchen Berichten freu ich mich - und sicher auch alle anderen Fans - bereits jetzt schon auf den naechsten Winter.
 
 


 
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